Woher kommt den eigentlich das Wasser aus dem Wasserhahn?

Von der Quelle im Berg zum Wasserhahn, so läuft das in Höchsölden

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Marie-Theres am Putzen des Hochbehälter
© Marie-Theres & Daniel Riml

Mit dieser Frage habe ich mich bislang noch nie näher auseinandergesetzt bzw war das doch eh klar – vom Berg. Die Gemeinde bereitet das Wasser auf & zagg boom: Wasser da. Wasser, das wir sogar im WC hinunterspülen. Wasser, das im Frühjahr „einfach beim Tal raus rinnt“. Wasser in Hülle & Fülle. Wasser in Trinkwasserqualität.

Wenn man in Österreich, in Tirol, in den Bergen aufwächst, ist das das Normalste auf der Welt. Bis man zum 1. Mal mit den Eltern auf Urlaub ins Ausland fährt, denkt man gar nie darüber nach, dass dies anderes sein könnte. So ging’s zumindest mir.

Dass ich mir auch Zuhause – in Sölden – mal die Frage stelle, woher das Wasser denn eigentlich kommt bzw wie wir zu unserem Wasser kommen, dachte ich mir nicht … bis mich unser Betriebsleiter vom Sonnblick diesen Sommer darauf aufmerksam machte, dass in d. Zwischensaison wieder die Quellfassung & der Hochbehälter zu putzen wäre. Quell-Was? Hoch-Was? Putzen?

Ewald hat mir dann erklärt, dass wir am Sonnblick unser eigenes Wasser haben. Leider haben die Erklärungen, wie das funktioniert, für mich, als nur mäßig Technik & handwerklich begabte Frau, nicht so recht ausgereicht. Also stand folglich meine erste „Begehung“ an.

Ich will das mal versuchen in laienhaften Worten zu erklären:

Wir entnehmen aus einer Quelle im Berg Wasser, welches in einen Hochbehälter geleitet wird. Von dort aus wird es durch den Berg in die Quellfassung geleitet & dann weiter – direkt in d. Sonnblick. Hierbei ist wichtig, dass das Wasser, das dem Berg „entnommen“ wird, Quellwasser ist (& nicht Oberflächenwasser), weil Oberflächenwasser durch Weidevieh u.ä. zu stark verunreinigt wäre, um es dann als Trinkwasser zu verwenden. Quellwasser ist grundsätzlich schon viel sauberer – bis hin zum Wasserhahn durchläuft jedoch natürlich auch das Quellwasser zahlreiche Säuberungs- & Reinigungsanlagen.

Für die Wartung, Reinigung der Quelle sind wir selbst verantwortlich. Die Prüfung des Trinkwassers erfolgt jährlich durch externe Firmen.

Nach meiner Begehung zu Beginn des Sommers stand in der Zwischensaison dann folglich der nächste spannende Termin für mich an: die Reinigung der Quellfassung & des Hochbehälters.

Dabei wird das Wasser für die Dauer der Reinigung nahezu gänzlich abgeleitet, sodass sowohl die Quellfassung als auch der Hochbehälter quasi leer sind. Sobald das Wasser ausgelassen (bzw kurzzeitig abgeleitet) ist, geht’s an Putzen. Mit d. Zeit lagern sich nämlich Metalle, wie Eisen etc. in den Rohren & im Behälter selbst ab. Davon gilt es die Rohre & die Behälter zu befreien – händisch mit Lappen, Abzieher, etc. im eiskalten & frischen Quellwasser. (Wie gut, dass unser Putztag ein sonniger, warmer Herbsttag war. Bei Nebel & Regen wäre ich da ungern im Hochbehälter gestanden.) 😉

Fotos – siehe unten.

Zu guter Letzt noch zwei wichtige Punkte, die die Qualität unseres Trinkwassers maßgeblich beeinflussen bzw sicherstellen.

  1. Die Aufbereitung durch die UV-Anlage – die findet direkt im/am Sonnblick statt. Diese technischen Details erspare ich euch (& mir ;)) an dieser Stelle.
  2. Wie schon oben erwähnt, erfolgt die Prüfung des Wassers auf Keime etc durch eine externe Firma & findet jährlich statt. Im Anschluss bekommen wir dann ein Gutachten, das hoffentlich positiv ausfällt. Ansonsten gilt es natürlich d. Problem zu beheben, eher wir unser eigenes Quellwasser verwenden dürfen.

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