Wenn Frau Holle Urlaub macht – die Kunst des Kunstschnees

0
126
© Bergbahnen Sölden

Frau Holle lässt uns heuer gespannt warten und schickt nur wenige Schneeflocken vom Himmel. Einzig die Temperaturen lassen die Jahreszeit erahnen. Bis zum November war der Herbst ein Altweibersommer von seiner schönsten Seite.

Wir in Sölden warten aber natürlich schon sehnsüchtig auf das weiße Gold vom Himmel. Aber wenn Frau Holle noch Urlaub macht, müssen wir halt nachhelfen.

Beschneiung Steilhang MMA 2017
© Bergbahnen Sölden

Wie funktioniert technische Beschneiung?

Kunstschnee besteht nur aus natürlichen Zutaten – Wasser und Luft.

Beschneiung Nacht
© Bergbahnen Sölden

Natürlicher Schneefall entsteht, wenn kondensierte Wassertröpfchen durch kühle Luftschichten fallen, um dann nach mehreren Minuten zu Schneekristallen zu frieren.

Bei der technischen Schneeerzeugung wird ein Gemisch aus Wasser und Druckluft erzeugt. Wird dieses Gemisch in die Atmosphäre gebracht, entstehen Schneekerne, sogenannte Nukleide. Die Düsen von Schneeerzeugern (Schneekanonen, Lanzen etc.) zerstäuben Wasser in feinste Tröpfchen und diese verbinden sich mit den Nukleiden. Fallen die dann auf den Boden, gefrieren sie zu Schneekristallen.

Technische Beschneiung ist heute die Grundlage des Wintertourismus und nicht mehr wegzudenken. Seit 1984 investieren die Bergbahnen Sölden in die Beschneiungsanlagen im gesamten Skigebiet Sölden – Hochsölden und verfügt mittlerweile über ein dichtes Netz an Schneekanonen und anderen technischen Hilfsmitteln (Pump-, Verteiler-, Reduzierstationen, Speicherteiche u.ä.) die zur Schneeerzeugung benötigt werden.

Am Anfang wurden nur die unteren Bereiche der Talabfahrten beschneit. Heute sorgen 409 vollautomatische Schneeerzeuger für einen garantierten Saisonstart im Oktober und eine lange Skisaison mit Schneegarantie bis Ende April!

Beschneiung Pistenbully
© Bergbahnen Sölden

77% der 144 Pistenkilometer können beschneit werden und das bis auf einer Höhe von 3.000 Metern Seehöhe. Das Wasser zur Schneeerzeugung beziehen wir in Sölden aus drei Speicherteichen sowie aus der Ötztaler Ache. Um das gesammelte Wasser zur Schneeerzeugung verwenden zu können, muss es gefiltert und mit UV-Strahlen behandelt werden, damit es Trinkwasserqualität erhält.

Beschneiung Piste
© Bergbahnen Sölden

Wusstest du, dass…?

  • allein von 2006 bis 2017 von den Bergbahnen Sölden 90 Millionen Euro in die technische Schneeerzeugung investiert wurden?
  • der Speicherteich „Panorama“ am Tiefenbach Gletscher mit 430.000 Kubikmetern Wasser auf 2.900 Metern der größte Speicherteich Europas ist?
  • die gesamte Beschneiungsanlage Söldens theoretisch ein EM-taugliches Fußballfeld innerhalb einer Stunde einen Meter hoch zuschneien könnte
  • die 16 Pump-, Reduzier- und Schieberstationen können pro Sekunde 1.204 Liter Wasser für die Beschneiung bereit stellen. Das sind sechs Badewannen voll.
  • ein Drittel des Gesamtverbrauchs an elektrischer Energie (der gesamten Bergbahnen mit Restaurants, Seilbahnen und und und) wird für die Schneegewinnung verwendet. Ein erheblicher Teil davon noch bevor die Lifte, Seilbahnen und Restaurants in Betrieb sind

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here