Gletscher im Wandel der Zeit

0
85
© Wikipedia

Gletscher im Wandel der Zeit

Mit dem Start der Wintersaison beginnt, wie jedes Jahr, das Bangen um Schnee und winterliche Temperaturen. Vor allem der Ötztaler Gletscher beziehungsweise der Austragungsort des Skiweltcupopenings Sölden stehen jedes Jahr im Oktober im Fokus aller, da die Schneebeschaffenheit nicht mehr selbstverständlich ist und jeder weiß – ohne Schnee kein Rennen. Doch dieser Druck ist nicht nur bei uns spürbar, denn die Folgen des Klimawandels sind überall deutlich sichtbar. Durch den Anstieg der Sommertemperaturen um 1°C in den letzten 150 Jahren ist von den früheren Gletschern heute oft nur noch die Hälfte zu sehen. Außerdem kostet ein warmer Sommer, wie es auch heuer der Fall war, ca. 5-7 m an Eisdicke.

Abweichung-Winter-Sommertemperatur
© Zamg

Interessante Fakten über das Ötztal:

  • Die riesige Gletscherwelt des Ötztals enthält derzeit 67 Gletscher.
  • 18% der Gesamtfäche des Ötztals sind Gletscher.
  • Der Vernagtferner (Vent) ist der am besten dokumentierte Gletscher der Ostalpen und gilt als Wiege der Gletscherforschung, da er seit 1600 für die Forschung von internationalen Studien verwendet wird.
  • Ein Aquarell des Vernagtferners aus dem Jahr 1601 gilt als weltweit älteste Darstellung eines Gletschers.
  • Der schweizer Professor Auguste Piccard musste 1931 bei seinem Rekordflug mit der Stratosphäre am Gurgler Ferner notlanden und setzte damit den Startschuss für den Tourismus in Obergurgl.
  • Die Ötztaler Wildspitze, die höchste Vergletscherung im Ötztal ist der höchste Berg Tirols.
Gurgler Ferner Ramolhaus
© Naturpark Ötztal

Ausblick in die Zukunft:

Experten erwarten bis 2100 einen Temperaturanstieg um 5°C, was zum Verlust der gesamten Gletscher im Ötztal und somit auch der Süßwasserreserven führen wird. Außerdem vermuten Forscher eine Erhöhung der Schneefallgrenze um 800 Hm wodurch tiefergelegene Regionen zukünftig mit wenig bis gar keinem Schnee, dafür aber Niederschlägen rechnen müssen. Als Folge steigt die Gefahr von Überschwemmungen, da der Boden die großen Wassermengen nicht aufnehmen kann.

Mit ¾ aller Süßwasserreserven sind Gletscher ein wichtiger Speicherort für Wasser. Die Rückbildung natürlicher Wasserhorte kann dazu führen, dass Trinkwasser für nächste Generationen zur Mangelware wird. Kurzes Beispiel: Die Menge an Eis, welches an einem warmen Sommertag vom Vernagtferner (Vent) abschmilzt deckt Münchens Tagesbedarf an Wasser.

Gurgler Ferner Ramolhaus
© Naturpark Ötztal

Permafrostböden, Felsen die durch gefrorenes Eis Halt und Stabilität erlangen, stellen
5 % der Alpen dar. Durch den Klimawandel tauen jedoch immer mehr dieser Böden auf und beginnen zu zerfallen. Dies verursacht nicht nur große Materialschäden und Umbaukosten für touristische Infrastrukturen (z.B.: neue Liftstützen) sondern erhöht das Risiko für Steinschläge und Felsstürze und stellt somit eine enorme Gefahr für die Sicherheit der Menschen dar.

Nicht nur die Gletscherwelt des Ötztals, sondern die ganze Welt ist vom Klimawandel und dessen Folgen betroffen. Eines ist sicher – ändern wir unseren Umgang mit der Umwelt nicht, wird das Naturphänomen Gletscher ganz bald nur noch in unseren Erinnerungen weiterleben.

Quelle: https://www.naturpark-oetztal.at/fileadmin/userdaten/PDF_Logo/Pflanzen_Tiere_Lebensräume/gletscher_im_wandel_der_zeit.pdf

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here