Die Wildspitze – Tirols höchster Berg

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Wildspitze
© Willi Riml

Mit 3.774 Metern ist die Wildspitze der höchste Berg Tirols und nach dem Großglockner der zweithöchste Gipfel Österreichs. Darauf sind wir Ötztaler natürlich besonders stolz.

Die Erstbesteigung gelang Leander Klotz, einem Bauer aus Rofen, im Jahr 1848. Heutzutage ist die Besteigung sicher einfach und der Gipfel ist von der Breslauer Hütte aus (Übernachtung) in ca. 3 bis 3,5 Stunden erreichbar.

Wildspitze
© Florian Wedde

Von der Hütte gelangt man über die Gletschermoräne zum ersten Eisfeld. Die erste Eisflanke ist sehr steil und man kann sie nur mit Steigeisen begehen. Am oberen Ende dieses Eisfeldes führt ein Klettersteig weiter. Der Klettersteig ist ca. 200 Meter lang und man benötigt ein Klettersteigset und einen Helm, da immer wieder Steine herunterfallen. Nach dieser Passage erreicht man das (hoffentlich) ewige Eis. Über die große Randspalte des Gletschers gelangt man zum Anstieg des Gipfels. Dieses Stück muss unbedingt voll angeseilt, mit Steigeisen, Brust- und Sitzgurt sowie Prusikschlinge passiert werden.

Breslauerhütte
© Breslauerhütte

Eine professionelle Ausrüstung und ein ortskundiger Bergführer sind bei Gletschertouren immer Pflicht! Schließlich wollt ihr ja wieder heil vom Berg herunter und die Tour sollte im positiven Sinne in Erinnerung bleiben.

Das erste Gipfelkreuz wurde bereits im Jahre 1933 an der Spitze des Berges errichtet. In Einzelteilen zerlegt wurde das markante Kreuz auf den Berg gebracht.

Wildspitze
© Willi Riml

Das imposante Gipfelkreuz, das 2010 erneuert wurde, wiegt stolze 420 Kilogramm und wurde mittels Hubschrauber auf die Spitze gebracht. Das war nicht weniger spektakulär, da die schwierigen Wetterverhältnisse das Projekt beinahe zum Scheitern brachten. Der Schmied Peter Praxmarer von der Ötztaler Kunstschmiede, stellte das 4,4 Meter hohe Kreuz in seiner Werkstatt in Umhausen her.

Vent Kreuz
© Ötztal Tourismus – Elias Holzknecht

Das alte, demontierte Kreuz wurde im Rofental wieder aufgestellt. Die Stelle, an der das Kreuz nun steht, ist der einzige Punkt im Rofental von wo aus man den Gipfel sehen kann.

und warum stellen wir Kreuze auf unsere Gipfel?

Bereits im späten 13. Jahrhundert wurden Kreuze an den Gipfeln errichtet. Das Kreuz stellt aber nicht nur ein religiöses Symbol dar. Im 16. Jahrhundert waren die Kreuze Markierungen und Alm- und Gemeindegrenzen. Im 19. Jahrhundert wurden sie mit Messinstrumenten ausgestattet und dienten der Wissenschaft. Im 20. Jahrhundert fand es zu seiner religiösen Bedeutung zurück und nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Kreuze zum Gedenken an Gefallene und zum Dank für die Überlebenden errichtet.

Wer selber einmal auf dem Dach Tirol’s stehen möchte, sollte seine Tour gut planen und natürlich auch einen Bergführer  und die Hütte rechtzeitig buchen.

Nähere Informationen dazu gibt es bei der Bergführerstelle in Sölden und Vent:

www.bergfuehrer-soelden.com

www.bergfuehrer-vent.at

www.breslauerhuette.at

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