4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes

Der Wald ist großartig – er ist Erholungsraum für uns Menschen und Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren. Ich liebe es, mich im Wald aufzuhalten. Der Duft der verschiedenen Hölzer, der weiche Moosboden, die Ruhe und die vielen Früchte faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Im Wald ist nämlich kein Tag gleich – immer gibt es etwas Neues zu entdecken und zu fühlen.

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Pfifferling-Gampe Thaya-Sölden © Prantl

So habe ich mich am 10. August wieder einmal auf den Weg in den Wald von Sölden gemacht um 4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes zu finden. Ausgestattet mit einer Baumwolltasche, einem kleinen Messer und einen kleinen Kübel.
Damit ich allerhand Schätze einsammeln kann, die ich finden werde…

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Kathrin von der GampeThaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Kathrin von der GampeThaya Sölden © Prantl

Seit gespannt, was ich im Wald alles so gesammelt habe.

Walderdbeere

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Walderdbeere © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Walderdbeere © Prantl – Gampe Thaya Sölden

Die „kleine Schwester“ der Erdbeere wächst in den Wäldern des Ötztals.
Oft sieht man sie am Wegesrand bei Wanderwegen oder direkt in Laub- oder Nadelwäldern.
Sie mag gerne sonnige und feuchte Plätze im Wald. Ihre Wuchshöhe beträgt nur 5 bis 25 Zentimeter, da heißt es dann doch, genau hinschauen, denn die Frucht selbst ist oft nur 5 bis 15 Millimeter groß.

Aber die Größe sagt ja nichts über den Geschmack aus.
Beim Probieren der ersten Erdbeere wird mir klar, soviel Frucht in so wenig Frucht,
das gibt’s doch gar nicht. Extrem süß für diese Größe
Ich hab nur ein paar Walderdbeeren gefunden und sie gleich gegessen,
für ein Glas Marmelade hat’s leider nicht gereicht.

Blaubeeren (sagen wir im Ötztal zu Heidelbeeren)

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Blaubeere © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Blaubeere © Prantl – Gampe Thaya Sölden

Die Blaubeeren sind im Ötztal sehr beliebt und kommen in vielen Teilen der Ötztaler Laub- und Nadelwälder vor. Die kleine Beere wächst auf bodennahen Sträuchern und hat ein dunkles Fruchtfleisch, das merkt man bald an den Fingern. Sie färben die Finger und den Mund dunkelblau. Blaubeeren gelten als die gesündesten Beeren überhaupt.
Sie enthalten sehr viel Kalzium, Eisen, Magnesium und diverse Vitamine. Weiters stärken sie das Immunsystem und besitzen einen hohen Anteil an Antioxidantien.
Eine richtige „Powerfrucht“ also…

  • Gut zu wissen:
    Auch unsere Uroma Karolina weiß um die Kraft der Blaubeere – sie hilft nämlich, dank der Gerbstoffe, bei Durchfall.

Pfifferlinge

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 01 © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 01 © Prantl – Gampe Thaya Sölden

Genau hingeschaut, blitzt unter dem feuchten Moos etwas Oranges hervor. Es sind Pfifferlinge, in Österreich auch Eierschwammerl genannt. Da läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an das Pfifferlings-Gulasch mit Semmelknödel denke, welches ich daraus kochen werde.

Pfifferlinge findet man in lichten Wäldern mit moosigen Böden, gerne in der Nähe von Fichten und Eichen. Aber Pfifferlinge sieht man nicht von weitem – sie verstecken sich oft gut und man muss genau schauen, ob sich da einer unter dem Moos versteckt. Man erkennt sie an der tief-orangen Farbe und an den Fäden, die sich an der Unterseite befinden. Pfifferlinge bestehen zu 80 Prozent aus Wasser und sind reich an Vitamin D, Kalium, Beta-Carotinen und Eisen.

Hat man einen Pfifferling gefunden, schneidet man ihn mit einem Messer behutsam entlang des Waldbodens am Stiel ab, ohne die Wurzel mitzunehmen. Bitte achtet auf die Größe der Pfifferlinge, kleine Pilze mit einer Größe von unter 1 cm lässt man besser noch etwas wachsen…

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 02 © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 02 © Prantl – Gampe Thaya Sölden
  • Gut zu wissen:
    Das Österreichische Bundesministerium gibt eine Maximalerntemenge an Pfifferlingen von 2 kg vor, also nicht übereifrig werden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 03 © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Pfifferlinge 03 © Prantl – Gampe Thaya Sölden

Ötztaler Granten (Preiselbeeren)

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Ötztaler-Granten © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Ötztaler-Granten © Prantl – Gampe Thaya Sölden

Auf meinem Streifzug durch den Wald finde ich auch Preiselbeeren. Dafür ist es aber noch etwas zu früh. Sie sind noch an der Unterseite weiß. Sie brauchen noch etwas Sonne und Zeit zum Reifen. Die hol ich mir später…

2 Stunden später…

So… mein Kübel ist voll mit Blaubeeren –  den nehm ich mit auf die Gampe Thaya zu Anna Lena, die kocht leckere Blaubeermarmelade daraus, die die Gäste dort zum Almfrühstück genießen können. Meine Baumwolltasche hat gut 3 Hände voll Pfifferlinge, die lass ich mir bei einem Pfifferlings-Gulasch schmecken und die Granten – die hol ich in 3-4 Wochen, wenn sie schön reif sind.

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Blaubeeremarmelade von der Gampe Thay-Sölden © Prantl
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Blaubeeremarmelade von der Gampe Thay-Sölden © Prantl

Macht euch auch auf den Weg in die Ötztaler Wälder – es macht echt Spaß die Früchte zu sammeln und es ist einfach herrlich, Zeit im Wald zu verbringen – hier tankt man ganz nebenbei noch Energie

Viel Spaß…

Kathrin

4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Rote Hände © Prantl - Gampe Thaya Sölden
4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes: Rote Hände © Prantl – Gampe Thaya Sölden

PS: Beeren sammeln eignet sich auch gut mit Kindern. Meist verlassen den Kübel oft mehr Beeren als reinkommen, da flinke Hände sie aufnaschen, aber es macht auf alle Fälle Spaß die 4 Köstlichkeiten des Ötztaler Waldes zu entdecken.

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